Székesfehérvár/ Stuhlweißenburg

Nachdem vermutlich Großfürst Géza Stuhlweißenburg im letzten Viertel des 10. Jahrhunderts auf vier aus dem sich aus dem Sumpfland erhebenden Hügeln gegründet hatte, spielte die Stadt seit der Regierung des Sohn Gézas, König Stephan I dem Heiligen, zum einen als Aufbewahrungsort der königlichen Schatzkammer sowie des königlichen Archivs lange Zeit eine herausragende Rolle, zum anderen war sie auch der Ort der königlichen Rechtsprechung. Die für Stuhlweißenburg 1237 erlassenen Privilegien von König Béla IV nahmen andere ungarischen Stände zum Vorbild. In symbolischer Hinsicht kann Stuhlweißenburg als wichtigste Stadt Ungarns im Mittelalter bezeichnet werden, wenngleich Ofen ohne Zweifel das politische und wirtschaftliche Zentrum im 15. Jahrhundert war. Der jeweilige Thronfolger soll nämlich möglichst in Stuhlweißenburg, genauer gesagt in der Basilika des Kollegiatkapitels der Heiligen Jungfrau Maria, durch den Erzbischof von Gran (Esztergom, Ungarn) mit der Heiligen Krone Ungarns gekrönt werden. Bis 1526 geschah dies 43-mal. Obwohl die Basilika nicht als die einzige „offizielle“ Begräbnisstätte der ungarischen Könige galt, wurden dort insgesamt 15 Könige bestattet.

Die geographischen Gegebenheiten machten den Ausbau der städtischen Vororte von Stuhlweißenburg kompliziert, daher wurde die Stadtentwicklung Ende des 13. Jahrhunderts langsamer. Es war aber auch das umliegende Sumpfland, das verhinderte, dass die Mongolen (1242) die Stadt angriffen, was erst zweieinhalb Jahrhunderte später, 1490 den Truppen von König Maximilian im ungarischen Erbfolgekrieg (1490-91) gelingen sollte. Die Stadt sowie auch die Basilika wurden dann von den Soldaten zur Gänze ausgeplündert.

Die Rückeroberung von König Wladislaw II fand im Sommer 1491 statt. Nach der Schlacht bei Mohács (1526) standen die Bürger der Stadt dem Woiwoden von Siebenbürgen, Johann Szapolyai bei. Stuhlweißenburg wurde 1543 von den Osmanen erobert, zumeist südslawische Bewohner zogen nach dem abgewanderten, zuvor dort ansässigen Bürgertum in die Stadt ein.

Judit Majorossy


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